Zum Inhalt springen
Heizen mit Infrarot
Veröffentlicht von: Redaktion Wohnen|In: Heizung durch Holz, Kohle, Gas, Öl oder Strom|28. September 2026
Wir haben diesen Test & Vergleich (10/2026) im laufenden Monat überprüft und die Beschreibungen einzelner Produkte aktualisiert. Unsere Empfehlungen sind nach wie vor auf dem neuesten Stand. Letztes Update am: 28.09.2026

Infrarotheizung als Heizpaneel: Leistung, Montage und Regelung richtig planen

Eine Infrarotheizung ist ein flaches elektrisches Heizpaneel, das du an die Wand oder an die Decke hängst und das seine Wärme zum größten Teil als Strahlung an Menschen, Möbel und Wände abgibt, statt vor allem die Luft aufzuheizen. Für dich zählen beim Kauf vor allem drei Dinge: eine Leistung, die zu Raum und Dämmung passt, ein Montageort, von dem aus das Paneel den Aufenthaltsbereich frei „sehen“ kann, und eine Regelung per Thermostat. Als Zusatz- oder Übergangsheizung in einzelnen Räumen kann ein Paneel gut passen. Günstiger als andere Stromheizungen wird die Wärme dadurch aber nicht automatisch, denn auch eine Infrarotheizung macht aus einer Kilowattstunde Strom eine Kilowattstunde Wärme. Hier geht es gezielt um fest montierte Paneele, auch als Bild- oder Spiegelheizung. Mobile Standgeräte findest du im Beitrag zur Wärmewellenheizung, einen Überblick über alle Stromheizungen im Beitrag zur Elektroheizung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Infrarotheizung ist ein flaches Paneel für Wand oder Decke. Es gibt sie als schlichte Heizplatte, mit Bildmotiv oder mit Spiegel- bzw. Glasfront.
  • Die Wärme kommt überwiegend als Strahlung an. Spürbar ist sie vor allem dort, wohin das Paneel ungehindert „strahlt“. Große Möbel davor schwächen die Wirkung.
  • Die passende Leistung hängt von Raumgröße, Dämmung und Nutzung ab. Verlass dich auf die Raumgrößenangaben des Herstellers und im Zweifel auf eine Fachberatung.
  • Der Stromverbrauch ergibt sich aus Leistung mal tatsächlicher Laufzeit. Ein Thermostat ist deshalb wichtig, viele Paneele brauchen dafür ein separates Gerät.
  • Für Bad, Montagehöhe, Abstände und Festanschluss gelten die Vorgaben des Herstellers. Arbeiten an der festen Elektroinstallation gehören in die Hand einer Elektrofachkraft.

Worauf es bei der Auswahl ankommt

  • Leistung und Raum: Kleine Paneele mit wenigen hundert Watt sind für kleine Räume, einen Arbeitsplatz oder das Temperieren gedacht. Für größere oder schlechter gedämmte Räume braucht es mehr Leistung oder mehrere Paneele. Die Raumgrößenangaben der Hersteller sind ein Anhaltspunkt, keine Garantie.
  • Bauform: Eine schlichte weiße Heizplatte fällt an Wand oder Decke wenig auf. Bild- und Spiegelheizungen verbinden Wärme mit Wandgestaltung oder Badspiegel.
  • Regelung: Prüfe, ob ein Thermostat eingebaut ist oder ob das Paneel laut Hersteller mit einem separaten Raum- oder Steckdosenthermostat betrieben wird. Timer und App-Steuerung sind Komfortfunktionen.
  • Anschluss und Montage: Viele Modelle kommen mit Stecker für die Wandsteckdose. Für einen Festanschluss oder einen Wandthermostat brauchst du eine Elektrofachkraft. Achte darauf, ob eine Halterung für die Decke dabei ist oder separat gekauft werden muss.
  • Einsatzort: Im Bad darf nur ein Paneel hängen, dessen Schutzart und zulässiger Montagebereich laut Hersteller dafür passen.

Bist du unsicher, ob ein Paneel überhaupt das richtige Heizprinzip für deinen Raum ist, hilft dir weiter unten die Abgrenzung zu Konvektor, Ölradiator und Wärmewellenheizung.

5 Infrarotheizungen für Wand, Decke und Bad im Überblick

Hinweis: Die folgenden Produktboxen enthalten Affiliate-Links zu Amazon. Kaufst du über einen dieser Links, erhalten wir eine Provision. Für dich ändert sich der Preis dadurch nicht.

Die Reihenfolge ist keine Rangliste. Die Auswahl zeigt unterschiedliche Bauformen und Leistungsklassen: ein kleines Paneel mit Digitalthermostat, ein schmales Paneel mit Smart-Funktion, eine Bildheizung mit Fernbedienung, eine Spiegelheizung und ein leistungsstärkeres Paneel für größere Räume.

Klein und mit Digitalthermostat: Infrarotheizung 300 Watt mit Stecker

Dieses Paneel hat laut Produkttitel 300 Watt, einen Digitalthermostat, einen Stecker für die Steckdose und einen Überhitzungsschutz. Der Titel nennt außerdem eine Herstellergarantie von fünf Jahren.

Mit 300 Watt ist das Gerät eher für kleine Räume, einen Schreibtischplatz oder zum Temperieren gedacht, nicht als alleinige Heizung für ein großes Wohnzimmer. Laut Titel gehört ein Digitalthermostat dazu, du brauchst also kein separates Gerät zu kaufen. Ob es im Paneel sitzt oder als Steckdosenthermostat beiliegt, welche Raumgröße der Hersteller angibt und ob das Paneel an die Decke darf, steht in der Produktbeschreibung.

Schmal und smart: Könighaus Infrarotheizung 120 x 30 cm, 450 Watt

Das Paneel von Könighaus misst laut Produkttitel 120 x 30 Zentimeter, hat 450 Watt und wird als Smart-Version angeboten. Welche Steuerung genau dazugehört, etwa App oder Fernbedienung, erfährst du in der Produktbeschreibung.

Das schmale Format ist interessant, wenn an der Wand wenig Platz ist, etwa unter einer Dachschräge, neben einem Fenster oder über einem Sideboard. Die längliche Form bietet sich je nach Wand für eine waagerechte oder senkrechte Montage an. Ob beide Richtungen erlaubt sind, legt der Hersteller fest.

Bildheizung mit Fernbedienung: Klarstein Wonderwall 600 Watt

Die Klarstein Wonderwall ist laut Produkttitel eine Bild-Infrarotheizung mit 600 Watt, Fernbedienung und Thermostat für die Wandmontage. Der Titel nennt als Einsatzort Räume und Badezimmer. Ob das für deinen Platz im Bad gilt, entscheiden Schutzart und zulässiger Montagebereich laut Hersteller. Maße und Motiv findest du in der Produktbeschreibung.

Mit 600 Watt liegt das Paneel in einer mittleren Leistungsklasse für Wohn- und Arbeitsräume, die zusätzlich oder in der Übergangszeit beheizt werden sollen. Die Wonderwall-Reihe gibt es in mehreren Größen und Ausführungen. Achte bei der Bestellung darauf, dass Leistung und Format zu deinem Raum passen.

Heizen und Spiegeln im Bad: Könighaus Spiegel-Infrarotheizung 800 Watt

Diese Spiegelheizung von Könighaus hat laut Produkttitel 800 Watt und ein Thermostat. Als Raumgröße nennt der Titel 11 bis 21 Quadratmeter.

Eine Spiegelheizung ist vor allem im Bad oder im Flur interessant, wo ohnehin ein Spiegel hängen soll. Für das Bad kommt es darauf an, dass Schutzart und zulässiger Montagebereich laut Hersteller zu deinem Platz passen. Beachte außerdem, dass die Spiegelfläche im Betrieb warm wird.

Mehr Leistung für größere Räume: Könighaus Infrarotheizung 1200 Watt

Dieses Paneel von Könighaus hat laut Produkttitel 1200 Watt, einen doppelten Überhitzungsschutz und ist für die Wandmontage gedacht. Der Titel nennt außerdem eine Herstellergarantie von fünf Jahren. Ob ein Thermostat dazugehört, für welche Raumgröße der Hersteller das Paneel angibt und welche Maße und Schutzart es hat, steht in der Produktbeschreibung.

Mit 1200 Watt liegt das Paneel am oberen Ende dieser Auswahl und ist für größere Räume oder Räume mit höherem Wärmebedarf gedacht. Gehört kein Thermostat dazu, plane ein separates Gerät mit ausreichender Schaltleistung ein. Bei dieser Leistung lohnt sich außerdem ein Blick auf den Stromkreis: Hängen dort weitere leistungsstarke Geräte, klärt eine Elektrofachkraft, ob die Absicherung reicht.

So haben wir die Produkte ausgewählt

Wir haben die vorgestellten Infrarotheizungen nicht selbst getestet. Unsere Auswahl beruht auf den Produkttiteln und Angaben der Anbieter. Dabei haben wir auf folgende Punkte geachtet:

  • fest montierbare Paneele für Wand, Decke oder Bad statt mobiler Standgeräte oder Heizstrahler für draußen
  • unterschiedliche Leistungsklassen von etwa 300 bis 1200 Watt
  • verschiedene Bauformen: schlichtes Paneel, schmales Format, Bildheizung, Spiegel und leistungsstärkeres Paneel
  • Angaben zu Thermostat, Überhitzungsschutz oder Fernbedienung im Produkttitel oder Angebot
  • Angebote, die zum Zeitpunkt der Auswahl mit Produktbild und Preis verfügbar waren

So funktioniert eine Infrarotheizung

Jeder warme Körper gibt Wärme als Infrarotstrahlung ab, auch ein Kachelofen oder ein warmer Heizkörper. Eine Infrarotheizung ist darauf ausgelegt, dass dieser Strahlungsanteil besonders groß ist. Im Inneren des Paneels erwärmt ein elektrisches Heizelement eine flache Front aus Metall, Glas, Keramik oder einem Spiegel. Diese Fläche strahlt die Wärme in den Raum ab. Die Strahlung erwärmt zuerst Oberflächen, auf die sie trifft: dich selbst, Möbel, Boden und Wände. Diese geben die Wärme dann wieder an die Luft ab.

Daraus ergeben sich die typischen Eigenschaften. Die Wärme ist dort besonders gut zu spüren, wo das Paneel freie Sicht hat. Steht ein hoher Schrank direkt davor, kommt dahinter wenig an. Weil die Oberflächen im Raum mit erwärmt werden, beschreiben viele Nutzerinnen und Nutzer die Wärme als gleichmäßig. Wie angenehm du sie empfindest, ist aber persönlich verschieden.

Wichtig für realistische Erwartungen: Eine Infrarotheizung ist eine elektrische Direktheizung. Sie wandelt den aufgenommenen Strom praktisch vollständig in Wärme um, genau wie ein Konvektor oder ein Heizlüfter. Einen versteckten Effizienzvorteil pro Kilowattstunde gibt es nicht. Ob du mit einem Paneel insgesamt mehr oder weniger Strom brauchst als mit einem anderen Gerät, hängt davon ab, wie lange es läuft, welche Temperatur du einstellst und wie gut der Raum gedämmt ist.

Flaches Infrarot-Heizpaneel an der Wand eines Wohnraums
Infrarotheizungen hängen meist flach an Wand oder Decke.

Infrarotheizung, Wärmewellenheizung, Konvektor oder Ölradiator?

Alle diese Geräte machen aus Strom Wärme. Sie unterscheiden sich darin, auf welchem Weg die Wärme im Raum ankommt, ob sie fest montiert oder mobil sind und wie schnell sie reagieren. Die Begriffe werden im Handel nicht immer einheitlich verwendet. Als Wärmewellenheizung werden häufig mobile Standgeräte mit einem Mix aus Strahlungs- und Luftwärme angeboten, manche Anbieter nennen auch Infrarotpaneele so. In diesem Beitrag geht es um flache Paneele für die feste Montage.

BauartWärmeabgabeTypischer Einsatz
Infrarotheizung (Paneel)überwiegend Strahlung von einer flachen Flächefest an Wand oder Decke, auch als Bild- oder Spiegelheizung
WärmewellenheizungMischung aus Strahlung und erwärmter Luftmeist mobiles Standgerät für wechselnde Räume
Konvektorerwärmt die Luft am Heizelement, die aufsteigt und zirkuliertStand- oder Wandgerät als Zusatzheizung, reagiert zügig
ÖlradiatorÖl speichert Wärme, Abgabe über Rippen ohne Gebläsemobiles, leises Gerät, heizt langsam auf und gibt noch nach
Heizstrahlerpunktuelle, sehr gerichtete StrahlungTerrasse, Balkon oder kurzzeitig im Bad

Suchst du ein Gerät, das du von Raum zu Raum trägst, ist eine Wärmewellenheizung, ein Konvektor oder ein Ölradiator meist praktischer als ein Paneel. Für punktuelle Wärme auf Terrasse oder Balkon ist ein Elektroheizstrahler gedacht. Ein Paneel spielt seine Stärken aus, wenn es dauerhaft an einem gut gewählten Platz hängt und kaum Stellfläche wegnehmen soll.

Die passende Leistung für deinen Raum

Die wichtigste Frage beim Kauf lautet, wie viel Leistung dein Raum braucht. Eine seriöse Antwort hängt von mehreren Faktoren ab: Raumgröße und Raumhöhe, Dämmung, Fenster, Lage im Haus und die Frage, ob das Paneel allein heizen oder nur ergänzen soll. Pauschale Faustwerte pro Quadratmeter findest du viele. Sie gehen weit auseinander, weil ein Neubau und ein ungedämmter Altbau völlig unterschiedlich viel Wärme brauchen.

Für die Praxis hilft dir diese Reihenfolge:

  • Nutzung klären: Soll das Paneel einen Raum vollständig beheizen oder nur in der Übergangszeit und an einzelnen Tagen ergänzen? Als Zusatzheizung reicht oft weniger Leistung.
  • Herstellerangaben vergleichen: Viele Anbieter nennen eine Raumgröße in Quadratmetern, oft abhängig vom Dämmstandard. Nimm eher die vorsichtige Angabe.
  • Aufteilen statt überdimensionieren: In größeren oder verwinkelten Räumen verteilen zwei kleinere Paneele die Wärme oft besser als ein einzelnes großes.
  • Bei Vollbeheizung Fachleute fragen: Wenn Paneele die einzige Heizung in einer Wohnung werden sollen, lass dir den Wärmebedarf von einer Energieberatung oder einem Fachbetrieb ermitteln.

Bedenke außerdem den Stromanschluss. Mehrere leistungsstarke Paneele an einem Stromkreis können die Absicherung an ihre Grenze bringen. Wie viele Geräte an einen Kreis dürfen, beantwortet dir eine Elektrofachkraft.

Montage an Wand oder Decke

Wo das Paneel hängt, entscheidet stark darüber, wie gut die Wärme ankommt. Grundsätzlich gilt: Die Strahlung sollte den Bereich erreichen, in dem du dich aufhältst, ohne dass große Möbel dazwischen stehen.

Wandmontage

An der Wand ist die Montage am einfachsten und die Bedienung am Gerät gut erreichbar. Günstig ist oft eine Wand gegenüber vom Sofa, vom Esstisch oder vom Schreibtisch. Hinter Schränken, Regalen oder Vorhängen verliert das Paneel viel von seiner Wirkung, außerdem kann sich dort Wärme stauen. Halte deshalb die in der Anleitung angegebenen Mindestabstände zu Möbeln, Textilien und Boden ein.

Deckenmontage

An der Decke stören Paneele weder Möbel noch Wandgestaltung und strahlen großflächig nach unten. Nicht jedes Modell ist für die Decke zugelassen, und oft brauchst du eine spezielle Halterung. Weil der Stecker hier selten bequem erreichbar ist, läuft die Deckenmontage häufig auf einen Festanschluss hinaus, den eine Elektrofachkraft übernimmt. Achte außerdem auf ausreichende Raumhöhe, damit du die warme Fläche nicht mit dem Kopf erreichst.

Im Bad

Spiegel- und Glaspaneele sind im Bad beliebt, weil sie Spiegel und Heizung verbinden. Im Bad gelten aber strengere Regeln für elektrische Geräte. Maßgeblich sind die Schutzart des Geräts und der zulässige Bereich rund um Dusche und Wanne laut Herstellerangaben. Lass dich im Zweifel von einer Elektrofachkraft beraten, bevor du bohrst.

Regelung: Thermostat, Timer und App

Eine Infrarotheizung ohne Regelung läuft mit voller Leistung, bis du sie ausschaltest. Das kostet unnötig Strom und kann den Raum überheizen. Ein Thermostat misst die Temperatur und schaltet das Paneel ab, sobald der eingestellte Wert erreicht ist.

  • Eingebautes Thermostat: Praktisch, weil keine weiteren Geräte nötig sind. Der Fühler sitzt allerdings am oder im Paneel und misst dort, nicht an deinem Platz.
  • Steckdosenthermostat: Wird zwischen Wandsteckdose und Stecker gesteckt und schaltet das Paneel. Die Schaltleistung muss zur Leistung des Paneels passen. Welche Modelle es gibt, zeigt unser Beitrag zum Raum- und Steckdosenthermostat.
  • Funk- oder Wandthermostat: Misst die Temperatur an einer frei wählbaren Stelle im Raum. Ein fest installierter Wandthermostat gehört von einer Elektrofachkraft angeschlossen.
  • Timer und App: Mit Zeitprogrammen läuft das Paneel nur, wenn du den Raum nutzt. App-Steuerung ist bequem, verlangt aber eine WLAN-Verbindung und oft ein Benutzerkonto beim Anbieter.

Viele Hersteller schreiben in der Anleitung, welche Art von Thermostat sie empfehlen und ob das Paneel an einer externen Zeitschaltuhr betrieben werden darf. Diese Angaben gehen allgemeinen Tipps immer vor.

Stromverbrauch realistisch einschätzen

Den Verbrauch kannst du selbst grob abschätzen. Die Leistung in Watt geteilt durch 1.000 ergibt die Kilowattstunden pro Stunde Volllast. Ein Paneel mit 600 Watt nimmt also bei durchgehendem Betrieb in einer Stunde 0,6 Kilowattstunden auf. Mit Thermostat schaltet es sich zwischendurch ab, die tatsächliche Laufzeit ist dann kürzer. Wie lange genau, hängt von Außentemperatur, Dämmung und Wunschtemperatur ab.

Multipliziere den Verbrauch mit dem Arbeitspreis aus deinem Stromvertrag, dann kennst du die Kosten. Genauer wird es, wenn du ein Energiekostenmessgerät zwischen Steckdose und Stecker setzt und ein paar Tage mitschreibst. Aussagen wie „heizt mit wenig Strom“ oder „spart Heizkosten“ solltest du kritisch lesen. Sparen lässt sich vor allem über die Laufzeit: nur heizen, wenn der Raum genutzt wird, Temperatur nicht höher als nötig einstellen und Türen zu unbeheizten Räumen geschlossen halten.

Ob eine Infrarotheizung als Hauptheizung wirtschaftlich ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Das hängt vom Gebäude, vom Strompreis und von den Alternativen ab. Für diese Entscheidung ist eine unabhängige Energieberatung der richtige Ansprechpartner.

Sicherheit im Alltag

Die Frontfläche einer Infrarotheizung wird im Betrieb deutlich warm bis heiß. Wie heiß, hängt von Bauart und Leistung ab und steht in der Anleitung. Daraus ergeben sich ein paar einfache Regeln:

  • Das Paneel nicht abdecken und keine Wäsche oder Handtücher darüberhängen, außer der Hersteller sieht das ausdrücklich vor, etwa bei einem Modell mit Handtuchhalter.
  • Mindestabstände zu Möbeln, Vorhängen und Decke einhalten.
  • Kinder und Haustiere im Blick behalten und ein Paneel in Reichweite von Kindern möglichst so hängen, dass sie die heiße Fläche nicht berühren können.
  • Paneele mit Stecker direkt an der Wandsteckdose betreiben, nicht an Mehrfachsteckdosen oder Kabeltrommeln.
  • Glas- und Spiegelfronten nur mit geeigneten Dübeln an tragfähigen Wänden befestigen. Bei Leichtbauwänden die Befestigung vorher klären.

Aussagen zu gesundheitlichen Wirkungen, zu Allergien oder zu Schimmel machen wir bewusst nicht. Hast du gesundheitliche Fragen, sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Bei Schimmel sollten Fachleute die Ursache klären, denn meist stecken Feuchtigkeit, Lüftung oder Bauschäden dahinter.

Bauformen und Oberflächen

Infrarotheizungen unterscheiden sich weniger im Prinzip als in der Front. Das hat Folgen für Optik, Gewicht und Pflege.

  • Weiße Heizplatte: Meist aus beschichtetem Metall, vergleichsweise leicht und unauffällig. Eignet sich für Wand und, wenn zugelassen, Decke.
  • Bildheizung: Die Front trägt ein Motiv, oft wählbar oder austauschbar. Praktisch, wenn die Heizung wie ein Wandbild wirken soll.
  • Glas- und Spiegelheizung: Eine Glas- oder Spiegelfront wirkt hochwertig und ist im Bad beliebt, ist aber schwerer und braucht eine besonders sichere Befestigung.
  • Designfront: Manche Serien bieten strukturierte Oberflächen oder Farbvarianten, damit sich das Paneel in die Einrichtung einfügt.

Für die Wärmeabgabe zählt vor allem die Leistung. Ein größeres Paneel mit gleicher Leistung wird an der Oberfläche in der Regel weniger heiß, weil sich die Wärme auf mehr Fläche verteilt.

Reinigung und Pflege

Infrarotheizungen haben keine beweglichen Teile und brauchen kaum Pflege. Vor dem Reinigen ziehst du den Stecker oder schaltest den Stromkreis ab und lässt das Paneel abkühlen. Dann reicht ein weiches, leicht feuchtes Tuch. Spiegel- und Glasfronten kannst du mit einem milden Glasreiniger pflegen, sofern der Hersteller das erlaubt. Scheuermittel, Nässe im Gerät und Dampfreiniger sind tabu. Prüfe gelegentlich, ob Kabel und Halterung in Ordnung sind und das Paneel fest sitzt.

Typische Fehler beim Kauf

  • Leistung nach Gefühl wählen: Ein zu kleines Paneel wird im kalten Raum kaum spürbar, ein zu großes läuft ständig im Taktbetrieb. Halte dich an Herstellerangaben und Fachberatung.
  • Ohne Thermostat betreiben: Ein ungeregeltes Paneel verbraucht mehr Strom als nötig.
  • Schlechter Montageort: Hinter dem Sofa oder hinter einem Schrank kommt die Wärme nicht dort an, wo du sitzt.
  • Werbeversprechen übernehmen: Formulierungen zu Stromsparen oder Gesundheit sind Angaben des Anbieters, keine Garantie.
  • Bad ohne Prüfung: Nicht jedes Paneel darf ins Bad, und nicht jeder Platz im Bad ist zulässig.

Weitere Heizgeräte und Zubehör

Wenn du verschiedene Heizprinzipien nebeneinanderlegen möchtest, findest du im Beitrag zur Elektroheizung einen Überblick über mehrere Bauarten. Die mobilen Alternativen stellen wir in den Beiträgen zum Konvektor, zum Ölradiator und zur Wärmewellenheizung vor. Für kalte Füße am Schreibtisch kann ein Heizteppich eine kleinere Lösung sein. Und damit ein Paneel ohne eingebaute Regelung nicht ungeregelt läuft, lohnt sich ein Blick auf passende Steckdosenthermostate.

Häufige Fragen zur Infrarotheizung

Wie viel Watt braucht eine Infrarotheizung pro Raum?

Das hängt von Raumgröße, Dämmung und Nutzung ab. Pauschale Werte pro Quadratmeter gehen weit auseinander. Orientiere dich an den Raumgrößenangaben des Herstellers und lass den Wärmebedarf von Fachleuten ermitteln, wenn Paneele die einzige Heizung werden sollen.

Ist eine Infrarotheizung sparsamer als ein Heizlüfter?

Nicht grundsätzlich. Beide wandeln Strom praktisch vollständig in Wärme um. Der Verbrauch hängt von Leistung, Laufzeit und Regelung ab. Ein Thermostat und bedarfsgerechte Heizzeiten wirken sich stärker aus als das Heizprinzip.

Kann ich eine Infrarotheizung einfach in die Steckdose stecken?

Viele Paneele haben einen Stecker und laufen an einer normalen Wandsteckdose. Für einen Festanschluss, einen fest installierten Wandthermostat oder mehrere leistungsstarke Geräte an einem Stromkreis solltest du eine Elektrofachkraft beauftragen.

Darf eine Infrarotheizung ins Badezimmer?

Nur wenn das Modell laut Hersteller dafür geeignet ist. Entscheidend sind die Schutzart und der zulässige Montagebereich rund um Dusche und Wanne. Im Zweifel klärt eine Elektrofachkraft, wo das Paneel hängen darf.

Braucht eine Infrarotheizung ein Thermostat?

Ja, eine Regelung ist sinnvoll, damit das Paneel nicht dauerhaft mit voller Leistung läuft. Manche Modelle haben ein Thermostat eingebaut, andere werden laut Hersteller mit einem separaten Raum- oder Steckdosenthermostat betrieben.

Bildnachweis:

  • https://pixabay.com/de/smart-home-haus-technik-multimedia-3653454/
4.7/5 - (44 votes)



Letzte Aktualisierung am 22.10.2026 um 10:21 Uhr / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API